Weiter geht es mit einer zickenden Winsch um die Ankerkette rauf zu holen. Hinzukommt, dass die Kette völlig verschlampt war und im Ankerkasten wahrscheinlich eine ziemliche Mocke verursacht hat….wir kümmern uns die Tage mal darum.

Der Segeltag war wechselhaft, erst wenig Wind und das bisschen was wir hatten kam zu weit nördlich. Wir beschließen nicht nach Korsør zu fahren, sondern auf die linke Seite der Großen Belt Brücke nach Nyborg. Im Prinzip egal aber von da ist die Durchfahrt durch die Brücke deutlich weiter entfernt als von der rechten Seite von Korsør. Nach der Hälfte der Strecke dreht der Wind dann wunderbar in östliche Richtung wie schon für den Vormittag angekündigt, und wir kehren zum ursprünglichen Plan zurück und segeln doch nach Korsør, wo wir recht spät am Abend erst ankommen.

Am nächsten Tag kommt dann der Frühling und wir machen Frühjahrsputz. Alles kommt raus an die frische Luft zum Lüften, und innen und außen wird der Besen geschwungen. Der Wetterumschwung bringt uns ein spürbares Stimmungshoch. Wir sitzen sogar draußen im Cockpit zum Essen.

Am Montag stehen wir dann früh auf und fahren mit dem Bus zum Bahnhof wo 2x die Stunde der IC nach Kopenhagen fährt. Eine Stunde später sind wir auch schon da und stürzen uns ins Getümmel. Kopenhagen beeindruckt in der Innenstadt durch imposante Gebäude und Alleen. Der Vergnügungspark Tivoli ist direkt hinter dem Bahnhof und lärmende Schulklassen bestimmen hier das Bild. In der Stadt gibt es mindestens drei mehr oder weniger königliche Schlösser, die zumindest von außen alle eine Besichtigung wert sind. Von innen wahrscheinlich auch, aber dafür fehlt am Ende für so eine Stadt an einem Tag die Zeit. Trotzdem lassen wir uns durch die Stadt treiben, machen einen Abstecher in den Botanischen Garten und landen später an der unvermeidlichen Meerjungfrau. Keine Ahnung warum diese kleine Statue das Wahrzeichen der Stadt ist. Die Massen aus den Bussen treibt es zumindest dort hin.

Sehr gut gefallen hat uns das schicke Hafenviertel Nyhavn mit den bunten Häusern und den alten restaurierten Schiffen die im Kanal herumliegen. Man kann nett in einem der vielen Cafés abhängen, oder man setzt sich einfach an den Hafen und schaut sich die Leute an. Ein Kontrast dazu aber ebenso sehr reizvoll ist das Alternativviertel Freistadt Christiania. Dort versucht sich eine Bewegung eine eigene Kommune zu entwickeln und hat dafür in einfacher Umgebung Kneipen, Galerien und Kulturzentren erschaffen. Natürlich gehört jede Menge Graffiti und schräge Kunst dazu aber alles ist geschmackvoll und nett gestaltet. Es erinnert etwas an das Schanzenviertel in Hamburg, aber eigentlich noch etwas cooler. Kopenhagen ist in jedem Fall eine Reise wert.

Ziemlich geschafft sind wir am Abend wieder an Bord und planen die Weiterfahrt morgen Richtung Norden.

3 Antworten zu “Frühling in Kopenhagen”

  1. Ich lese fleißig euren Blog und verfolge alles Neues auf eurer Weltreise! Ich bewundere euch über euren Mut sich von allem zu trennen und frei von allem Alltagsballast zu sein. Genießt weiterhin die Freiheit in vollen Zügen. Ich werde immer ein Stück daran teilhaben dürfen. Viele Grüße aus Oldenburg von Biggi & Stephan

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