Früh geht es Anker auf, und wir (und der Wind) sind noch nicht soweit uns von Irland zu verabschieden. Also legen wir noch einen gemütlichen Stopp 20sm südlich in Wicklow ein, wo wir an der Kaimauer parken können. Der Ort ist klein aber quirlig mit einer netten Einkaufsstraße und grünen Klippen drum herum. Am Nachmittag reicht es noch für eine kleinere Wanderung und ein kurzes Schläfchen am Strand. Da wir die nächsten Tage erstmal keine Infrastruktur um uns herum haben, muss auch noch ein Einkauf zum Boot geschleppt werden. Wir wären gerne noch ins Hinterland in die Berge gefahren, aber morgen ist für einige Tage die letzte Gelegenheit weiter nach Süden zu kommen, weil danach der Wind dreht.

Und so stehen wir 03.45 auf und um 4.00 haben wir schon losgemacht. Frühstück gibt es erst bei Sonnenaufgang eine Stunde später. Das Ziel ist Skomer Island in Wales auf der anderen Seite der irischen See, etwa 80sm südöstlich. Am Anfang läuft es wie geschmiert was daran liegt, dass der Strom von 1-2kn mit uns ist und ordentlich anschiebt. Zu dem Zeitpunkt ignorieren wir noch etwas die Natur der Gezeiten die sich nach 6h nun mal umdrehen. Und so bekommen wir nach 6h Speedsegeln die ordentliche Bremse des Gegenstroms. Da leider auch der Wind nachlässt aber nicht die Wellen macht es immer weniger Spaß, und irgendwann wird klar wir werden Skomer heute nicht mehr im Hellen erreichen. Als Ausgleich bekommen wir eine grandiose Delfinshow geboten. Mehrere Gruppen stürzen immer wieder sehr synchron mit Tempo auf uns zu und tauchen dann unter dem Boot durch. Die Begleitung dauert mehrmals bestimmt 15min und macht uns und den Delfinen großen Spaß.

Also ankern wir 2h vor Skomer in einer schmucklosen aber geschützten Bucht mit 2 anderen Booten. Das letzte Stück am nächsten Morgen wird nun etwas kniffelig. Die Ströme und Wirbellungen in diesem Gebiet der kleinen Inseln sind berüchtigt und unsere Seefahrerbibel der Reeds sagt, man muss an diesem Tag gegen 8h morgens durch eine Engstelle durch ansonsten wird es ungemütlich. Und so machen wir es und bekommen über 4kn Strom zusätzlich, der uns auf eine gesamte Geschwindigkeit von über 9,5kn beschleunigt. Innerhalb von Skomer Island gibt es eine Bucht in der kostenlose Bojen für Besucherboote ausliegen. Komischerweise ist außer uns kein anderes Gastboot hier, dafür bringen Wassertaxis eine Menge Leute vom Festland rüber. Der Spaziergang von knapp 7km um die Insel ist ausgesprochen schön und erinnert etwas an Fair Isle. Wegen der fortgeschrittenen Jahreszeit sind nicht mehr ganz so viele Vögel da. Die Papageientaucher sind gänzlich verschwunden, aber es ist ja nicht so, dass wir davon nicht auch schon genug gesehen haben. Am Nachmittag wird noch etwas hinter dem Boot geschwommen und in der Sonne abgehangen. Weitere Studien vom Reeds zeigen, dass die Weiterfahrt durch weitere Engstellen morgen wegen ungünstigen Winden und Uhrzeiten eher schlecht sind, aber heute Abend noch ein Zeitfenster besteht. Wir würden ja auch noch ein paar Tage bleiben, und dann von hier weiter runter nach England fahren. Aber die Sache hat einen Haken, es gibt KEIN Internet. Normalerweise halten wir das schon aus, aber die Planung eines langen Törns mit Wind, Häfen und Strömungen ist so eher ungünstig.

Also abends nach dem Abendbrot weiter in die nächste Ankerbucht gezogen, wo wir 2h später mit gut 10 anderen Booten (und hervorragendem Internet) liegen. Morgen wird es wettermäßig etwas ungemütlicher, aber am Samstag in die Nacht auf Sonntag hinein gibt es ein sehr schönes Wetterfenster. Mit dem sollten wir runter bis nach Padstow in Cornwall kommen. Die Tide ist dort 5m hoch und der Hafen macht nur 1,5h vor und nach Hochwasser die Schleuse auf. Hochwasser ist morgens um 6.15, also planen wir die Abfahrt hier gegen Samstag Mittag so, dass wir mit etwas Reserve rechtzeitig dort ankommen sollten. Ein Platz im Hafen ist gebucht, mal schauen ob das Timing stimmt.

2 Antworten zu “Kurzbesuch in Wales auf Skomer Island”

  1. Ein toller Beitrag, da bekommt man sofort wieder Lust auf Urlaub und aufs Boot fahren! Ich stelle mir so eine Überfahrt echt toll vor noch dazu wenn diese immer wieder von Delfinen begleitet wird. Es ist erstaunlich schön diese in ihrer freien Wildbahn beobachten zu können, wir hatten auch schon oft das Glück.

    Ich wünsche dir noch einen schönen Abend,
    Christin von https://wanderschoen.at

    • Hallo Christin, danke das sind tolle Momente Delfine als Begleitung zu haben vor allem wenn die Jungtiere durch das rumtollen zeigen das es ihnen gut geht. Viele Grüße Jan

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