
Zu Gast bei den Guna Yala
Zu den San Blas Inseln schaffen wir es nicht an einem Tag von Colon aus, aber an 2 Tagfahrten lässt es sich gut machen. Wir legen gemütlich von der Shelter Bay Marina ab und sind 6 Stunden später mit einer Mischung aus Motor und Segel in der Linton Bay. Hierher werden wir später noch mal zurückkehren aber davon ein anderes Mal. Die nächste Etappe bis zu den San Blas Inseln ist 42sm lang und dafür müssen wir früh aufstehen. Wir haben nach anfänglichem Schwachwind später eine ganz ordentliche Brise und kommen am frühen Abend an der Insel Chichime im San Blas Archipel an. Der Anker fällt auf rekordverdächtigen 14m, hält aber im ersten Anlauf hervorragend.
Die San Blas Inseln heißen seit vielen Jahren eigentlich Guna Yala und sind ein autonomes Gebiet innerhalb von Panama. Es zieht sich die gesamte östliche Küste runter bis Kolumbien. Es besteht neben dem Festland aus über 365 Inseln, von denen nur 50 bewohnt sind. Es sind traumhafte kleine Inseln mit klischeehaftem weißen Sand, kristallklarem Wasser und eben dem Volk der Guna Yala. Sie sind sehr darauf bedacht, ihre Landschaften und Kulturen zu bewahren, und haben dafür viele eigene Gesetze und Vorschriften. Es gibt keinen Massentourismus oder größere Hotels. Die meisten Besucher sind Segler oder Rucksacktouristen, die eine einfache Umgebung ohne Luxus, aber dafür mit einer traumhaften Umgebung vorfinden. Die Guna Yala sind aber auch gute Geschäftsleute und verkaufen den Seglern gerne ihre Handarbeiten, zum Beispiel die Molas. Das sind farbenfrohe Textilien, die von den Frauen in aufwändiger Arbeit hergestellt werden. Jede Mola ist übrigens ein Unikat, das ist doch mal das Gegenteil von Massenfertigung. Es gibt kleine Holzboote, die anklopfen und Fisch oder Gemüse und natürlich Molas anbieten. Die Fische sehen gut aus, und wir erstehen einen für das Abendessen.
Wir sind nicht weit vom Land weg und haben auf dem Weg dorthin das nächste Highlight unserer beliebten Serie „Was an Bord alles kaputt gehen kann“. Der elektrische Außenborder vom Dinghy!! Mitten auf der Fahrt geht das Display aus und er stellt seinen Dienst ein. Zum Glück haben wir die Ruder dabei und können noch am Strand in der Nähe anlanden. Die Insel Chichime lässt sich in einer halben Stunde zu Fuß umrunden und wir sind wirklich beeindruckt. Es gibt ein paar einfache Bars, Molaverkäuferinnen und ein kleines Geschäft, wo man Getränke kaufen kann. Natascha und Marlene gehen direkt zur Molaverkäuferin und kaufen sich ein paar schöne Stoffe zur eigenen Weiterverarbeitung. Wir gehen im Prinzip 2x um die Insel und machen viele Fotoshootings von uns im Paradis. Auf dem Rückweg schmeißen wir den kleinen Dinghyanker neben einem Riff und gehen schnorcheln. Auch sehr schön, aber das Wasser ist ein wenig trüb heute, so dass die Fische und Korallen nicht ganz so bunt erscheinen.










Unser Dinghymotor-Problem hat sich fürs Erste relativ schnell lösen lassen. YouTube meint in so einem Fall einfach mal WD40 auf die Stecker zu sprühen, und tatsächlich: Der Motor ging wieder an, um kurz darauf wieder auszugehen. Jetzt wissen wir aber, an welchem Stecker das Problem ist, und wir müssen dort etwas fester anziehen. Wir fahren knapp 3 km zur Nachbarinsel Dog Island. Die ist noch kleiner als Chichime und hat direkt daneben ein altes Wrack als Schnorchelhotspot. Die Insel ist auch wunderschön, und es gibt sogar einen sehr kleinen Supermarkt, hauptsächlich für Getränke. Daneben ist noch eine Gasfüllstation, ein Restaurant und ein paar kleine Hütten, die man mieten kann. Die Guna geben sich große Mühe, die Umgebung nett zu halten. Es liegt kein Müll rum, und die Sandflächen werden mehrmals am Tag geharkt. Das Wrack direkt hinter dem Strand ist beeindruckend. Es liegt dort seit den 50er Jahren in wenigen Metern Tiefe, ist mindestens 50 m lang und kann mit Schnorchel und Flossen wunderbar erkundet werden. Marlene hat uns eine wasserdichte Hülle fürs Smartphone mitgebracht, die sich leider als nicht besonders wasserdicht herausstellte. Wir brauchen dringend eine GoPro, leider gibt es bis dahin keine Unterwasserbilder.



Morgen fahren wir weiter zu den Cayos Holandeses, einer Inselgruppe nur 13sm weiter östlich.