
Pause in Cartagena
Wir sind inzwischen schon über zwei Jahre unterwegs und haben wirklich viele alte Städte gesehen, mal mit mal ohne UNESCO-Weltkulturerbestempel. Aber bei allem, was wir bisher von Cartagena gesehen haben, ist die Stadt in unserem persönlichen Ranking ganz vorne. Das liegt natürlich an der Altstadt, die sich sehr vielfältig, bunt, lebhaft und einfach schön präsentiert. Wenn wir von der Marina aus über die Puente Roman in die Altstadt gehen, ist anfangs noch sehr viel Verkehr, der sich dann im weiteren Verlauf auflöst. Als erstes geht man durch das kleine Viertel Getsemani, welches sich durch kleine bunte Gassen mit viel Street Art und Galerien auszeichnet. Das Herzstück ist der Plaza del Trinidad, wo drum herum Imbissstände sind, die leckere Sachen verkaufen. Vor allem abends ist viel los, und diverse Händler bieten ihre Waren an. Was übrigens auffällt, die Händler sind sicherlich etwas aufdringlich, aber auch wenn sie nichts verkaufen können, sind sie trotzdem offen für einen kleinen Schnack und fragen, wo man herkommt und ob es einem hier gefällt. Wenn man weitergeht, kommt man durch den abends weihnachtlich beleuchteten Parque del Centenario. Dahinter beginnt dann der größte Teil der Altstadt, das Centro. Hier ist es noch lebhafter und der Handel mit den Bedürfnissen der zahlungswilligen Touristen läuft auf Hochtouren. Was hier noch hinzukommt, ist die Straßenmusik und die vielen Gruppen, die großartige Tänze aufführen. Ein Stück weiter gibt es noch das Viertel San Diego, wo es etwas ruhiger ist. Hier finden wir ein Restaurant aus einem YouTube-Tipp, wo es einen der besten Meeresfrüchtereisteller gibt, den wir je hatten. Die gesamte Altstadt ist mit einer Stadtmauer umgeben, auf die man größtenteils auch hochlaufen kann und einen guten Blick hat. Die Stadt gilt übrigens als sicherste Kolumbiens, was es noch mal angenehmer macht, hier auch abends durch die Gegend zu laufen. Kaum eine andere Stadt in Südamerika hat so viele Touristen.












Neben den touristischen Ausflügen arbeiten wir aber auch eine lange Liste an Bootsthemen ab. Zuerst wäre da der Einbau der neuen Ankerwinde. Die Neue ist baugleich zur Alten, hat aber einen stärkeren Motor. Das bringt den Vorteil mit, dass keine neue Anbindung gebastelt werden muss. Das Problem ist von innen über den Ankerkasten an die Schrauben heranzukommen und die dicken Kabel vom Motor zu lösen. Nach ein paar Stunden mit jeder Menge Flüchen und Verwünschungen der Konstrukteure vom Hersteller ist auch das geschafft. Sie läuft, und der Skipper ist glücklich. Jetzt noch ordentlich Sikaflex zur Abdichtung im Ankerkasten verschmieren und fertig ist das Teil. Bei der Gelegenheit wird natürlich am Steg noch die Kette und der Anker geschrubbt. An Deck gibt es neben einer Grundreinigung auch die ein oder andere Baustelle. Zum Beispiel müssen verrostete Scharniere vom Gasflaschenkasten entfernt werden, oder die Seile, die Auryn in der Box halten, neu verlegt werden. Schließlich wollen wir unser Boot hier 8 Wochen sicher alleine lassen. Auch innen wird geputzt und geräumt, was das Zeug hält.





Morgen geht es dann erstmal bis zum 08. September nach Hause, wir freuen uns riesig. Der Blog wird bis dahin ruhen.
Anschließend wollen wir noch ein paar Wochen durch Kolumbien fahren, bevor es dann mit Auryn weitergeht. Der Plan ist übrigens nicht mehr zurück nach Panama und dann durch den Kanal zu fahren. Die Skipperin hat den Wunsch geäußert, eher wieder Richtung Europa zu kommen, da es doch da am schönsten ist. Die Südsee ist natürlich auch sehr verlockend, aber der Weg dorthin wäre von den Galapagosinseln mindestens 4-5 Wochen, was schon abschreckt. Der Weg von Cartagena wieder zurück in die östliche Karibik ist auch nicht ohne, da es einige hundert Seemeilen gegen den vorherrschenden Ostwind geht. Dafür werden wir, wenn wir das erste Stück geschafft haben, mit den ABC Inseln belohnt und noch ein Stück weiter mit dem Antillengürtel, von dem wir ja auch nur das obere Stück ab Antigua kennengelernt haben. Wir werden berichten, aber jetzt wünschen wir allen Lesern erstmal einen schönen und nicht zu heißen Sommer.