
Zurück in der bunten Stadt
Die Pause, die wir für einen Besuch zu Hause eingelegt haben, war während unserer Reise noch nie so lang. Ganze 8 Wochen hat es uns nach Wuppertal verschlagen. Länger wäre auch nicht gegangen, weil wir durch unserer Auslandskrankenversicherung nicht länger in Deutschland versichert wären. Unsere Zeit war wie die letzten Male auch, ganz wunderbar. Die Treffen mit vielen Freunden und Familie sind uns doch wichtiger als wir vor der Reise ehrlich gesagt gedacht hätten. Ein Highlight war unser Besuch bei Marlene in Kempten im Allgäu. Dort waren wir noch nie und waren von der Voralpengegend sehr begeistert. Sie hat ein tolles Besuchsprogram zusammengestellt, und wir haben einiges von der großartigen Natur kennengelernt. Hier könnte man sich glatt auch eine Zeit nach der Segelreise vorstellen. Dann waren wir noch bei Nataschas Familie in Serbien, wo wir ein paar nette Tage in Belgrad und Umgebung verbrachten. Ich habe sogar nach 2,5 Jahren mal wieder meine alte Arbeitsstätte besucht und die alten Kollegen getroffen. Das war ein unheimlich netter Tag, obwohl die Zeiten für die Autozulieferer in Deutschland nicht einfacher werden. Ich hätte nie gedacht, dass mir alles noch immer so vertraut vorkommt. Dann gab es natürlich auch einiges an Pflichtprogrammen, wie zum Beispiel die in unserem Alter notwendigen Vorsorgeuntersuchungen. Alles ist zum Glück in Ordnung; wir können weiterfahren. Superangenehm war das Wetter. Obwohl es auch sehr heiße Tage gab, war es doch im Endeffekt nicht so schwül wie in Panama oder Kolumbien. Wir haben es sehr genossen, mal wieder nachts unter einer Bettdecke zu liegen.






Schnell gingen die 8 Wochen rum, und schon klingelte nachts um 3.00 Uhr der Wecker, da unser Flieger nach Amsterdam zur unchristlichen Zeit um 6.20 losging. Spannend war am Check-in, ob unsere Schwimmwesten durchgingen. Die haben wir beim Hersteller warten lassen, was die deutlich günstigste Variante war. Diese werden per CO2-Patrone aufgeblasen, und sie sind im Gepäck anmeldepflichtig. Wir haben per WhatsApp-Kundenservice von KLM die Erlaubnis bekommen, aber die Dame am Check-in musste doch erstmal herumtelefonieren und wollte sogar den WhatsApp-Verlauf sehen. Hat alles geklappt, und auch die Flieger waren pünktlich. In Bogota machten wir einen Stopp, bevor es nach Cartagena quasi zurückging. Was haben wir doch die Hitze vermisst, die uns beim Aussteigen entgegenschlug.


Wenn wir nach längerer Zeit zurück zu Auryn kommen, bin ich immer irgendwie nervös. Wie ist der Zustand, ist durch die lange Zeit ohne ordentliche Lüftung innen drin Schimmel entstanden und die üblichen Bedenken, was ist so alles kaputt? Alles unbegründet, es gibt kaum Schimmel und alles scheint in Ordnung zu sein. Es wird erstmal einen Tag ordentlich durchgeputzt und die wichtigsten Funktionen gecheckt. Das einzige Problem war die Ankerwinde, wo ein Bedienknopf nicht wollte. Es war aber schnell geklärt, innen hatte sich ein Kabel gelöst. Wir haben uns diverse Ersatzteile mitgebracht, die in Deutschland deutlich günstiger sind als diesseits des Atlantiks. Und so verbrachten wir die nächsten Tage damit, diese zu verbauen. Zum Beispiel eine neue Hecklampe, eine neue Landesflagge, eine neue Platine für den Batteriemonitor, Schilder für das Navipult, neue Lampen für das Cockpit, neue Scharniere für die ein oder andere Klappe usw. Das Problem ist die Rumkletterei und die Arbeiten sind bei der Hitze für die europäischen Körper nicht stundenlang durchzuhalten. Da wir wegen dem Jetlag eh sehr früh wach sind, fangen wir zeitig an und sind gegen Mittag komplett durch. Sowohl mit den durchgeschwitzten Shirts wie auch mit der Kraft. Am Nachmittag wird dann im Cockpit eine ruhige Kugel geschoben und abends gehen wir etwas spazieren. Natürlich gehen wir auch wieder in die Altstadt in unser Lieblingsviertel Getsemani. Hier ist es wunderschön, bunt, lebendig, mit vielfältigem Angebot. Wir gehen wieder zu unserem Lieblingsstand, wo es eine Art gefüllte Tortillas vom Grill gibt. Diese essen wir auf dem großen Platz vor der Kirche.




Und morgen kommt dann Niklas eingeflogen, wir sind schon ganz aufgeregt. Wir verbringen erst einen Tag in Cartagena und fahren dann am Montag mit Auryn los, ein paar vorgelagerte Inseln besuchen. Ende nächster Woche fliegen wir dann zusammen nach Medellín, um das Inland von Kolumbien kennenzulernen.