
Rock Your Baby
Unsere Tage auf Aruba bleiben geschäftig. Auf der Liste der Bootsthemen stehen zum Beispiel das Großsegel runterholen, um es dem Segelmacher zu bringen. Da an Bord vor Anker dafür nur begrenzter Platz ist und es komplett rausgefahren werden muss, sollte es halbwegs windstill sein. Am Sonntag Nachmittag ist es soweit. Der Wind ist zwar noch stärker als gedacht, aber der Segelmacher hätte das Teil gerne am nächsten Tag. Wir rollen es langsam aus dem Mast heraus und müssen die fünf vertikalen Streben rausziehen. Das Problem ist am Ende hauptsächlich, das Segel mit seinen 39 m² gefaltet zu bekommen. Nach einer schweißtreibenden Stunde ist es geschafft und wir haben es halbwegs anständig auf dem Vordeck liegen. Am nächsten Morgen bringen wir es dann Robert, einem Exilholländer, der hier seine Segelmanufaktur betreibt.




Unsere nächste Aktivität ist die Wartung unserer Winschen. Diese sollte alle paar Jahre erfolgen und ist eigentlich nicht schwer. Man muss sich die Reihenfolge merken, mit der die Einzelteile auseinandergebaut werden, alles reinigen, dann neu einfetten und wieder zusammenbauen. Das untere Getriebe innen habe ich schon beim letzten Mal nicht auseinanderbekommen und so lasse ich es auch dieses Mal zusammen und reinige es von außen. 6 Stück sind es insgesamt, inklusive der am Mast. Die hatte ich letztes Mal nicht mitgemacht und auch davor ist sie wahrscheinlich nicht bei jedem Intervall mitgemacht worden, so verkrustet sieht sie von innen aus.
Ein leidliches Technikthema kam dann noch mal auf. Wir mussten an der Tanke Wasser holen und der Anker kam nicht hoch. Unser Relais klickte nur, ließ aber den Strom zur Winde nicht durch. Ich habe dann die beiden Kabel von Hoch und Runter vertauscht und dann ging es zumindest hoch. Runter kann man auch ohne Getriebe zur Not die Kette rauslassen. So konnten wir wenigstens Wasser holen fahren. Unser Nachbar Dave hat ein Ersatzrelais dabei, was er uns zum Testen leiht. Damit funktioniert es einwandfrei. Darauf hin traue ich mich, unsere mal aufzumachen und finde einen verschmorten Kontakt. Dieser ließ sich ganz gut reinigen und dann funktionierte auch unsere wieder.




Zwischendurch treffen wir uns viel mit unseren Nachbarn. Mit Cor und Lilian machen wir als Dankeschön für die Automiete letzte Woche ein schickes Abendessen an Bord. Dann lernen wir unsere Nachbarn Verena und Sebastian von der SY-Waves kennen. Die beiden sind schon seit ein paar Monaten hier hängengeblieben. Dave und Theresa aus Kalifornien von der SY-Ember hatten wir schon in Cartagena kennengelernt. Wir haben einen interessanten Abend in der Surfside Beachbar und essen Pizza.



Es wird mal wieder Zeit, einen Ausflug auf der Insel zu machen. Es geht per Bus in den Süden nach San Nicolas. Der Ort ist berühmt für seine Wandmalereien, die sich durch die gesamte Stadt ziehen. Einmal im Jahr gibt es hier ein Kunstfestival, wofür neue Murals auf die Wände gebracht werden und weshalb die meisten ziemlich neu aussehen. Wir machen einen entspannten Spaziergang und sind wirklich begeistert. In der Stadt sind die Motive etwas themenmäßig verteilt. In einigen Bereichen sieht man Meerestiere oder viele Vögel. In der Innenstadt sind eher Menschen in alltäglichen Situationen gezeigt. Die Polizeistation ist wahrscheinlich die schönste in der Karibik, komplett mit Vögeln verziert.








Wir verabreden uns mit Verena und Sebastian für einen Abend im Old Dutch Kaffee. Es soll gutes Essen und super Livemusik geben, und wir werden nicht enttäuscht. Ein Stammgast hier ist George McCrae, der am Tisch neben uns sitzt. Er ist ein ehemaliger Weltstar, der in den 70er Jahren genau einen Superhit hatte, „Rock Your Baby“. Wir müssen ihn auch erst mal googeln. Das Lied kennt aber vermutlich jeder, zumindest von der etwas älteren Generation. Nachdem die erste Band fertig ist, lässt sich George nicht lange bitten und singt vor dem kleinen, aber begeisterten Publikum ein paar Lieder, inklusive „Rock Your Baby“ natürlich. Danach kommt noch eine weitere Band, die richtig gute Rockmusik spielt, und wir kommen gegen 05.00 Uhr ins Bett. Das hatten wir schon lange nicht mehr. Am nächsten Tag wurde erst mal ein richtiger Hangover Tag eingelegt.



