
Windige Tage auf Aruba
Erstmal Ausschlafen und Wunden lecken. Wir machen uns schnell ans Werk und fangen an, das Boot vorne trockenzulegen. Die Fehlerfolge ist schnell gefunden. Die Konstruktion unserer Moody ist so aufgebaut, dass es nicht komplett verhindert wird, dass über den Ankerkasten in das Loch, wo die Kette reinläuft, Wasser eindringen kann. Die Bilgen sind so aufgebaut, dass das Wasser bis nach hinten durchläuft und von dort von der Bilgenpumpe abgepumpt wird. Fehler 1: Die Durchläufe waren teilweise verstopft, wodurch sich das Wasser vorne aufgestaut hat. Fehler 2: Die Bilgenpumpe hat nur noch gebrummt, aber nicht gepumpt, weshalb das Wasser drinnen geblieben ist. Und bei den Mengen, die übers Deck gingen, kommt halt einiges rein. Alles reparierbar, eine anständige Kontrolle vor Abfahrt wäre besser gewesen. Zusätzlich entdecken wir noch einen Riss im Rahmen der vorderen Dachluke, was auch nicht gerade zur Dichtheit beiträgt. Nach einem Tag ist das Meiste wieder in Ordnung gebracht. Das trockene Wetter hilft dabei sehr. Einen Segelmacher haben wir auch gefunden, er kann nächste Woche damit anfangen, die kaputten Nähte zu reparieren. Ein Problem hier ist der Dauerstarkwind auf der ganzen Insel. Dabei lässt sich das Großsegel schlecht runterholen, ohne Gefahr zu laufen, es noch mehr kaputt zu machen.






Direkt vor uns liegen Lilian und Cor vom Katamaran Lucia, die wir inzwischen schon das 4. Mal treffen – so eine Freude. Wir treffen uns am Nachmittag auf einen Kaffee bei denen an Bord und erzählen von den letzten 1,5 Jahren, in denen wir uns nicht gesehen haben. Es wird nach einer Woche dringend mal wieder Zeit, einen Ausflug aufs Land zu machen, die Beine zu vertreten und Aruba kennenzulernen. Die Insel gehört zu den ABC-Inseln (mit Bonaire und Curacao) und ist Teil des niederländischen Königreiches. Trotzdem ist Aruba ein eigenes Land mit eigener Verfassung. Entsprechend ist es hier teilweise niederländisch geprägt, hat aber auch karibische Einflüsse. Sprachlich ist Spanisch am meisten vertreten, viele Leute sprechen aber auch Englisch und natürlich Niederländisch. Untereinander reden viele Leute einen kreolischen Dialekt. Leben tut die Insel im Wesentlichen vom Tourismus. Es halten jeden Tag einige Kreuzfahrtschiffe an und mehrere Flieger landen pro Stunde mit Touristen. Aruba hat über 100.000 Einwohner. Für uns ist es nach über einem Jahr USA und Lateinamerika ganz angenehm, wieder eine etwas europäischere Welt zu erleben.
Wir sind sehr neugierig und fahren rüber zum Dinghy-Steg. Von dort gehen wir in 20 Min. zu Fuß in den Hauptort Oranjestad. Hier ist es eher ernüchternd. Der Ort ist komplett auf die Kreuzfahrtschiffe ausgelegt. Es gibt in den vorderen Reihen ein Markengeschäft neben dem anderen mit exklusiven Malls und sogar eine Miniaturversion von Venedig, wo die Boote in die Hotellobby hineinfahren. In den hinteren Reihen ist es dann nicht mehr so schick, dort regiert eher der Verfall. Da wir ja im niederländischen Königreich sind, muss als Mittagssnack natürlich eine Frikandel Special mit Pommes und Majo her, sehr lecker. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu sehen, man kann aber ganz gut Elektronik Schnickschnack kaufen. Zum Beispiel finden wir einen günstigen eReader, weil mein Alter mal wieder den Geist aufgegeben hat.








Lilian und Cor haben für 2 Tage ein Auto organisiert und wir verabreden uns für einen schönen Ausflug über Aruba. Los geht es um 10.00 Uhr und wir fahren zuerst in den Norden der Insel zu einem Leuchtturm. Hier ist die Landschaft ganz anders. Es ist sehr trocken und Wüste. Außer Sträuchern und Kakteen wächst eigentlich nichts. Alles ist sandig und steinig. Aber es wirkt trotzdem sehr schön und irgendwie wild. Wir machen vom Leuchtturm einen schönen Spaziergang runter zum Meer, diese Trockenheit erzeugt eine spezielle Atmosphäre. Zum Glück hält sich der Wind, ansonsten wäre die Hitze nicht zum Aushalten. Weiter geht es zu der ältesten Kapelle von Aruba, der Alto Vista Kapel. Sie ist eher nicht so aufregend, aber dahinter ist ein hübscher Kakteengarten, durch den man spazieren gehen kann. Der nächste Programmpunkt sind die Casibari Rock Formations. Die Felsen sind vielleicht 50 m hoch und man hat von oben eine schöne Aussicht. Auch hier besteht die Gegend hauptsächlich aus Kakteen, durch die man hindurchspazieren kann. Nach einem Drink und einem Lunch fahren wir weiter zum Ort San Nicholas ganz im Süden. Hier gibt es an jeder Ecke Murals. Es ist allerdings so heiß, dass wir keine Lust auf einen weiteren Spaziergang haben. Wir fahren bestimmt nächste Woche noch mal hierhin. Stattdessen geht es weiter zu ein paar wunderschönen Stränden. Da es schon etwas später ist, entscheiden wir, hier morgen noch mal hinzufahren und etwas schnorcheln zu gehen.








Unser Schnorchelausflug klappt nur so mittelmäßig. Der Strand ist wunderschön, aber da es sehr windig und entsprechend wellig ist, kommt man nicht gut bis zum Riff (bzw. was davon noch so übrig ist). Und leider ist durch die Wellen der Sand ziemlich aufgewühlt und die Sicht nicht so gut. Es sind aber eine Menge Fische da, auch hier müssen wir noch mal an einem ruhigeren Tag hin. Am Nachmittag bekommen wir mit dem Auto noch einen großen Einkauf erledigt. Die Skipperin ist völlig begeistert, hier bekommt man sogar Hagelslag und Vanillevla. Am Abend spielen wir bei Lilian und Cor das Spiel Mexican Train. Das macht Spaß, so einen Spieleabend hatten wir lange nicht mehr.



Wir bleiben auf jeden Fall noch bis übernächste Woche auf Aruba. Erstens muss unser Segel noch repariert werden und vorher gibt es kein Windfenster bis nach Curacao.